Sensationeller Spendenerfolg mit Glückswürmchen
Doris Bäumer aus Garmisch-Partenkirchen hat zusammen mit ihrer Familie eine Spendenaktion auf die Beine gestellt, die dem Kinderhospiz St. Martin in Polling die stolze Summe von 140.000 Euro einbringt. Der Hospizverein im Pfaffenwinkel bedankte sich zum Abschluss der Aktion mit einer Essenseinladung.
Anfang 2024 setzte sich Doris Bäumer gemütlich aufs Sofa, nahm Häkelnadel und Wolle zur Hand und machte daraus ein buntes Würmchen. Das bekam noch ein freundlich lächelndes Holzköpfchen aufgesetzt und wurde damit zum Glücksbringer. Es sollte sich fröhlich vermehren und zugunsten des geplanten Kinderhospizes St. Martin in Polling verkauft werden. „Wenn ich das Jahr über fleißig häkeln würde und sich auch noch Käufer für die Glückswürmchen finden, könnte ich am Jahresende vielleicht 1.000 Euro Spenden zusammenbekommen“, war Doris Bäumers Idee. Zwei Jahre später waren es sage und schreibe 140.000 Euro, die nun in die Spendenkasse für den Neubau fließen.
Was war passiert? Die Aktion Glückswürmchen verselbständigte sich auf wundersame Weise. Frauen aus dem ganzen Oberland häkelten auf einmal mit. Es trafen aus vielen weiteren Regionen Lieferungen von Glückswürmchen ein, bis von der Ostsee und aus den Niederlanden wurden sie nach Garmisch-Partenkirchen geschickt. Und Doris Bäumer hatte plötzlich ein Problem: Wer soll das das bewältigen? Es mussten Verkaufsstellen gefunden werden, die Glückwürmchen mussten verpackt und verteilt werden, ein Logistikkonzept musste her. Schließlich war die ganze Familie Bäumer inklusive einer Freundin eingespannt. Doris Bäumers Vater kümmerte sich um den Nachschub an Holzköpfchen. Die Mutter wurde von der Häklerin zur Verpackerin befördert: „Ich habe insgesamt an die 30.000 Würmchen verpackt“, resümiert sie fröhlich. Der Ehemann organisierte die gesamte Logistik und verbrachte fast zweitausend Kilometer auf der Straße, um die Verkaufsstellen zu versorgen. Ihre Schwester hat nicht einmal im Urlaub Pause gemacht und in Griechenland 100 Würmchen in Blau und Weiß gehäkelt, als Sonderedition in den Farben des SC Riessersee und ganz nebenbei auch noch passend zum Gastland! Tochter Julia fädelte Perlen für die Glücksbringer auf, „weil Häkeln nicht mein Metier ist.“ Und eine Freundin schließlich war stets zur Stelle für alles, was an Arbeiten gerade anfiel.
Obwohl sie alle jede freie Minute für das Projekt einsetzten, ließ die gute Laune nicht nach. „Für mich waren auch viele schöne Erfahrungen dabei und ich freue mich sehr, dass wir das Kinderhospiz St. Martin damit gut unterstützen können“, sagt Doris Bäumer stellvertretend für die Familie. Dass man so eine unglaubliche Erfolgsgeschichte nicht einfach sang- und klanglos auslaufen lassen kann, war für Renate Dodell eine klare Sache. Sie war beim Start der Aktion noch Vorsitzende des Hospizvereins im Pfaffenwinkel und unterstützte tatkräftig, wo sie nur konnte. Im Namen des Hospizvereins organisierte sie nun ein gemeinsames Abschlussessen mit der Familie im Gasthof zur Post in Eberfing.
„Allein auf der Oberlandausstellung 2024 mussten wir mehrmals nachlegen, so schnell gingen die Glückswürmchen weg“, erinnert sich Renate Dodell. „Die ganze Aktion ist nicht nur eine großartige Leistung an sich, sondern war auch Inspiration für viele andere im Landkreis und darüber hinaus, sich ebenfalls Spendenaktionen zu überlegen, ob das Plätzchenbacken war oder Adventssingen und viele andere Ideen“, freut sie sich über die Welle an Hilfsbereitschaft, die damit einherging. Zusammen mit dem Eberfinger Bürgermeister Georg Leis, der dem Vorstand des Hospizvereins im Pfaffenwinkel e.V. angehört, nahm sie den symbolischen Spendenscheck über 140.000 Euro entgegen.
Noch eine Nachricht hat Renate Dodell dabei: „Das Glückwürmchen ist in diesen zwei Jahren eine Art Symbol für das Kinderhospiz St. Martin geworden. Deshalb wird eines davon zusammen mit anderen Zeitdokumenten mit in den Grundstein des Neubaus eingelassen.“
Foto: Hospizverein im Pfaffenwinkel e.V.
